Wer eine Rundreise durch Albanien plant, kommt an zwei Städten kaum vorbei: Berat und Gjirokastër. Beide gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und liegen rund drei Fahrstunden voneinander entfernt. Während Berat mit seinen berühmten weißen Häusern beeindruckt, begeistert Gjirokastër mit einer lebhaften Altstadt, einem historischen Basar und einer imposanten Burg.


Berat: Die Stadt der tausend Fenster

Berat war die erste albanische UNESCO-Stadt auf unserem Roadtrip und hat uns direkt begeistert.
Schon bei der Anfahrt erkennt man die berühmten weißen Häuser, die sich den Hang hinaufziehen und der Stadt ihren Beinamen „Stadt der tausend Fenster“ gegeben haben. Genau dieses Panorama macht Berat so besonders.

Die Altstadt selbst lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Aufgrund des historischen, häufig unebenen Kopfsteinpflasters solltet ihr allerdings unbedingt bequeme Schuhe tragen. Vor allem an warmen Tagen merkt man die vielen Steine schnell in den Beinen.

Parken in Berat
Falls ihr mit dem Mietwagen unterwegs seid, solltet ihr für die Parkplatzsuche etwas Zeit einplanen. Gerade rund um die Altstadt kann es schwierig werden, einen freien Parkplatz zu finden.
Wir würden außerdem eher vorsichtig bei einigen privaten Parkhäusern sein. Uns ist aufgefallen, dass teilweise höhere Preise verlangt wurden als ursprünglich ausgeschildert. Mit etwas Geduld findet ihr entlang der Hauptstraße häufig öffentliche Parkplätze, bei denen ihr euch diesen Ärger spart.
Unsere Unterkunft in Berat: Alpeta Agrotourism & Winery

Übernachtet haben wir etwas außerhalb von Berat auf dem Alpeta Agrotourism & Winery.
Allein diese Unterkunft war schon ein Highlight unseres Roadtrips. Das Weingut liegt mitten in den Bergen an einem See.


Neben der traumhaften Lage können wir euch dort vor allem die Weintour ans Herz legen. Nach einer kurzen Führung über das Weingut erfahrt ihr mehr über den Weinbau in der Region und probiert anschließend verschiedene Weine sowie den typisch albanischen Raki.
Besonders begeistert hat uns der Weißwein aus einer autochthonen albanischen Rebsorte, den wir so vorher noch nie getrunken hatten.


Auch das Essen war für uns ein echtes Highlight. Eine klassische Speisekarte gibt es nicht. Stattdessen werden saisonale, regionale Gerichte frisch zubereitet. Gerade das machte den Aufenthalt für uns zu einem besonderen Erlebnis.
Die Anfahrt hat allerdings ihre Tücken: Die letzten 20 Minuten Strecke führen über eine sehr kurvige Bergstraße mit zahlreichen engen Serpentinen. Die Straße ist gut ausgebaut und problemlos befahrbar, wer allerdings schnell reisekrank wird, sollte vielleicht vorsorglich eine Reisetablette einpacken.
Für uns hat sich dieser kleine Abstecher definitiv gelohnt.
Das solltet ihr in Berat nicht verpassen
Natürlich gehört die Burg von Berat zum Pflichtprogramm. Innerhalb der Burgmauern könnt ihr durch kleine Gassen über die riesige Anlage spazieren und immer wieder schöne Ausblicke genießen.

Ein kleines Detail, das uns besonders gefallen hat, war das Weinfenster. Solche kleinen Besonderheiten machen für uns den Charme der Stadt aus.

Zum Mittagessen können wir außerdem das Restaurant La Veranda im Mangalem-Viertel empfehlen. Von dort aus hat man einen traumhaften Ausblick auf die Stadt.
Oberhalb der Burg gibt es außerdem eine kleine Aussichtsplattform über Berat. Wir waren dort, würden den zusätzlichen Weg aber wahrscheinlich nicht noch einmal auf uns nehmen.

Das Besondere an Berat sind die berühmten weißen Häuser mit ihren vielen Fenstern. Dieses Panorama wirkt von außerhalb der Stadt deutlich beeindruckender als der Blick von oben. Unser Tipp wäre deshalb, lieber verschiedene Perspektiven rund um die Altstadt zu genießen.
Zwischenstopp auf dem Weg: Die Ausgrabungsstätte Apollonia


Wenn ihr weiterfahrt nach Gjirokastër, lohnt sich ein Zwischenstopp in Apollonia. Die antike Ausgrabungsstätte liegt nach ca. der Hälfte der dreistündigen Fahrt nur wenige Minuten von der Autobahn entfernt.
Im Vergleich zu vielen anderen Sehenswürdigkeiten in Albanien war hier erstaunlich wenig los. Gerade diese ruhige Atmosphäre hat uns richtig gut gefallen. Zwischen Olivenbäumen und sanften Hügeln spaziert ihr durch die Überreste einer der bedeutendsten antiken Städte des Landes.
Zwar bestehen große Teile der Anlage heute aus Ruinen, dennoch gibt es einige Highlights. Besonders gut erhalten ist der beeindruckende Triumphbogen, der zu den bekanntesten Fotomotiven der Anlage zählt. Außerdem lohnt sich ein Besuch des kleinen archäologischen Museums, das sich in einem ehemaligen Kloster befindet und einen guten Einblick in die Geschichte Apollonias gibt.
Wer sich für Geschichte interessiert oder einfach einen entspannten Spaziergang in schöner Umgebung machen möchte, sollte Apollonia unbedingt mit einplanen.
Ein kleiner Hinweis noch: Direkt auf dem Gelände gibt es zwar ein Restaurant, wir können es allerdings leider nicht empfehlen, da hier eher Tiefkühlkost serviert wird.
Gjirokastër: Lebendige Altstadt mit beeindruckender Burg

Nach Berat ging es für uns weiter nach Gjirokastër.
Schon nach den ersten Schritten durch die Altstadt fiel uns auf, wie unterschiedlich beide UNESCO-Städte sind. Während Berat vor allem durch sein einzigartiges Stadtbild beeindruckt, lebt Gjirokastër von seiner Atmosphäre.
Kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés säumen die Gassen und laden zum Bummeln ein. Gerade dieses lebendige Flair hat uns richtig gut gefallen.

Der historische Basar

Der Basar ist das Herz der Stadt. Selbst wenn ihr nichts kaufen möchtet, lohnt sich ein Spaziergang durch die engen Gassen. Zwischen den historischen Gebäuden gibt es immer wieder kleine Läden mit Handwerkskunst, Antiquitäten, Souvenirs oder regionalen Produkten.
Wir hätten dort problemlos noch länger stöbern können.


Die Burg von Gjirokastër

Ein weiteres Highlight ist die Burg von Gjirokastër.
Sie thront oberhalb der Stadt und bietet einen tollen Blick über das Tal und die umliegenden Berge. Gleichzeitig gehört sie zu den größten Festungsanlagen Albaniens und war für uns eine der beeindruckendsten Burgen der gesamten Reise.
Wenn ihr genügend Zeit habt, solltet ihr den Besuch unbedingt einplanen.



Berat und Gjirokastër – Welche Stadt hat uns besser gefallen?
Diese Frage haben wir uns nach der Reise tatsächlich selbst gestellt. Eine eindeutige Antwort haben wir bis heute nicht gefunden.
Berat hat uns mit seinem einzigartigen Panorama, den berühmten „tausend Fenstern“ und unserem Aufenthalt auf dem Weingut begeistert.
Gjirokastër überzeugte uns dagegen mit seinem lebhaften Basar, den verwinkelten Gassen und einer großen Burganlage.
Gerade weil beide Städte so unterschiedlich sind, würden wir euch empfehlen, beide in eure Albanien-Rundreise einzubauen.
Unsere Tipps für euren Besuch
Plant für beide Städte jeweils mindestens eine Übernachtung ein.
Tragt bequeme Schuhe – Kopfsteinpflaster gehört in beiden Städten dazu.
Verbindet Berat mit einer Übernachtung auf einem Weingut.
Nehmt euch in Gjirokastër genügend Zeit für den Basar und die Burg.
Unser Fazit
Berat und Gjirokastër gehören für uns zu den absoluten Highlights einer Albanien-Rundreise.
Wenn ihr zwei Wochen in Albanien unterwegs seid, würden wir auf keine der beiden Städte verzichten. Sie ergänzen sich perfekt und zeigen zwei ganz unterschiedliche Seiten des Landes.
Falls ihr eure Albanien-Reise gerade plant, schaut auch gerne in unsere weiteren Reiseberichte. Dort findet ihr unter anderem Tipps zur albanischen Riviera, zum Blue Eye, zum Theth-Nationalpark und zu vielen weiteren Stationen unserer Rundreise.
Jetzt sind wir gespannt auf eure Erfahrungen: Welche der beiden UNESCO-Städte hat euch besser gefallen – Berat oder Gjirokastër? Oder steht eure Reise nach Albanien noch bevor? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
Hier findet ihr unsere Übersichtsseite zu unserem Roadtrip quer durch Albanien.

