
Unser Roadtrip durch die Normandie war unser erster gemeinsamer Urlaub als Paar. Eine Woche unterwegs auf unserer ganz eigenen Normandie-Roadtrip-Route, mit sorgfältig geplanter Strecke, vorgebuchten Airbnbs und trotzdem genug Raum für allem, was sich unterwegs ergibt.
Wenn ihr eine Normandie-Rundreise für 10 Tage plant, zeigen wir euch hier unsere Route und vor allem die Orte, die ihr wirklich nicht verpassen solltet.
Start in Paris, dann weiter Richtung Küste (Tag 1 und 2)

Paris war nach unserer Anreise mit dem Flixbus unser Ausgangspunkt, ganz bewusst nur für einen kurzen Zwischenstopp.
Wir haben dort einen Tag und eine Nacht verbracht, uns die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kurzform angeschaut und sind am nächsten Tag direkt weitergefahren.
Da wir beide schon öfter in Paris waren, ging es für uns weniger ums Erkunden, sondern eher ums Ankommen und Einstimmen auf die Reise.
Ein Spaziergang an der Seine, einmal zum Eiffelturm und durch Montmartre schlendern, ein entspanntes Abendessen – und dann ging es auch schon weiter Richtung Normandie.
Tipp:
Wenn ihr Paris noch nicht kennt, lohnt es sich natürlich, mehr Zeit einzuplanen. Für einen Normandie-Roadtrip reicht aber auch ein kurzer Stopp völlig aus.
Zum Thema Mietwagen:
Wir haben unseren Mietwagen für den Roadtrip direkt in Paris abgeholt. Preislich macht es kaum einen Unterschied, ob ihr das Auto hier oder erst in der Normandie mietet. Der Vorteil: Ihr seid sofort flexibel und könnt eure Normandie-Route ohne Umwege starten.
Mont-Saint-Michel (Tag 3)

Die Abtei des Mont-Saint-Michel wirkt fast wie aus einem Märchen entsprungen. Kein Wunder, dass viele den Ort mit dem Disney-Schloss vergleichen. Auch wenn das Original eher auf Neuschwanstein basiert, hat diese Insel mit ihrer mitten aus dem Wattenmeer aufragenden Abtei genau diese magische Ausstrahlung.
Die Silhouette der ehemaligen Benediktiner-Abtei erscheint komplett surreal und ist eines der absoluten Highlights jeder Normandie-Route. Die Abtei entstand zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Mont-Saint-Michel ist eine Gezeiteninsel. Bei Flut komplett vom Wasser umgeben, bei Ebbe könnt ihr weit über den Meeresboden laufen. Geführte Wattwanderungen werden dort ebenfalls angeboten. In der Bucht herrschen die stärksten Gezeiten Europas. Bei Ebbe zieht sich das Meer bis zu 15 Kilometer von der Küste zurück.
Tipp:
Kommt frühmorgens oder abends, dann ist die Stimmung eine ganz andere und es sind weniger Touristen unterwegs. Nehmt euch Zeit, die kleinen Gassen zu erkunden, hier gibt es viel zu entdecken.
Für Erinnerungsfotos eignet sich natürlich auch der Blick von den Wiesen, auf denen viele Schafe weiden, mit dem Mont-Saint-Michel im Hintergrund.

Caen – eine Stadt voller Geschichte und beeindruckender Bauwerke (Tag 4)

Nach dem fast schon surrealen Mont-Saint-Michel war Caen nicht weniger beeindruckend, wenn auch auf andere Art.
Die Stadt hat viel zu bieten, vor allem, wenn ihr euch für Geschichte und Architektur interessiert.
Caen wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und später wieder aufgebaut. Umso spannender ist es, wie viele historische Bauwerke bis heute erhalten geblieben sind.
Das haben wir uns angeschaut:
- Abbaye aux Hommes (Stephansabtei / Saint-Étienne): eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt, gegründet von Wilhelm dem Eroberer
- Abbaye aux Dames: etwas ruhiger, aber genauso sehenswert
- Église Saint-Pierre: zentral gelegen und architektonisch sehr eindrucksvoll




Ein besonderes Highlight war für uns auch das Museum in der Abbaye.
Dort bekommt ihr bereits einen guten Einblick in die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und versteht besser, welche Rolle die Region insgesamt gespielt hat.
Optional:
Wenn ihr mehr Zeit habt, lohnt sich zusätzlich ein Abstecher zu den D-Day-Stränden in der Umgebung.
Cabourg & Deauville – Küste, Nostalgie und ein bisschen Glamour (Tag 5)


Cabourg und Deauville haben wir ganz entspannt an einem Tag kombiniert, da die beiden Orte nah beieinander liegen. Und trotzdem könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Zwischen prachtvollen Villen, Fachwerkhäusern und historischen Grand Hotels trifft mondäner Badeort-Flair auf gemütliche Normandie-Romantik.
Cabourg ist ruhig, weitläufig, fast ein bisschen verträumt. Deauville dagegen eleganter, lebendiger: mit Promenade, Strandkabinen und einem Hauch von Luxus.
Die Strandkabinen in Deauville tragen die Namen berühmter Schauspieler, angelehnt an das internationale Filmfestival, das dort stattfindet.
Wenn ihr Lust auf ein bisschen Shopping habt, ist Deauville genau der richtige Ort dafür. Viele schöne Boutiquen, bekannte Marken und ein insgesamt sehr stilvolles Ambiente locken zahlreicher Besucherinnen und besucher an.
Cabourg war außerdem ein Lieblingsort des bekannten Schriftstellers Marcel Proust und sein ehemaliges Haus ist heute ein Museum, das ihr besichtigen könnt.

Étretat – die berühmten Kreidefelsen (Tag 6)

Ein Ort, den ihr auf eurer Normandie-Route unbedingt einplanen solltet, ist Étretat.
Die weißen Kreidefelsen gehören zu den bekanntesten Naturkulissen Frankreichs und sollten ein fester Bestandteil jeder Normandie-Rundreise sein.
Die Felsformationen wurden über Jahrtausende durch das Meer geformt. Die berühmten Bögen, insbesondere die Falaise d’Aval, sind komplett natürlich.

So sind wir vorgegangen:
Wir haben unser Auto am Parking du Valaine abgestellt und sind von dort aus zu Fuß zu den Klippen hinaufgelaufen. Anschließend sind wir die Strecke von Westen nach Osten entlanggegangen und konnten dabei immer wieder neue Perspektiven auf die Küste erleben.
Wichtig zu wissen:
Die Wege sind teilweise steil und steinig, weshalb festes und sicheres Schuhwerk unbedingt zu empfehlen ist.
Tipp:
Die Aussicht von den Klippen ist deutlich eindrucksvoller als vom Strand aus.
Rouen – eine der schönsten Städte entlang der Route (Tag 6 und 7)
Rouen war von uns ursprünglich nur als kleiner Zwischenstopp eingeplant und hat uns am Ende wirklich positiv überrascht.
Die Altstadt ist unglaublich schön mit ihren Fachwerkhäusern, engen Gassen und dieser gemütlichen, urigen Atmosphäre, die sich beim Durchlaufen ganz natürlich entfaltet.
Besonders eindrucksvoll war für uns der Abend in der Stadt. Die Kathedrale von Rouen wird bei Dunkelheit beleuchtet und während unseres Besuchs fand dort ein Lichtfestival statt, bei dem die Fassade inszeniert wurde. Dadurch wirkte das Gebäude noch einmal völlig anders und bekam eine fast schon magische Ausstrahlung.

Ein weiteres Highlight war die berühmte astronomische Uhr in Rouens Innenstadt, die „Gros Horloge“. Die große goldene Uhr fällt sofort ins Auge und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Tipp:
Plant in Rouen ausreichend Zeit ein, vor allem für den Abend. Genau dann entfaltet die Stadt ihren besonderen Charme.
Abtei Jumièges – eine der beeindruckendsten Ruinen der Normandie (Tag 8)

Die Abtei Jumièges war für uns einer dieser Orte, die man vorher gar nicht so sehr auf dem Schirm hat und die einen dann völlig überraschen. Für uns war sie ein kurzer Zwischenstopp, zwei bis drei Stunden kann man hier gut verbringen.
Mitten im Grünen stehen die gewaltigen Ruinen der ehemaligen Benediktinerabtei, die schon von Weitem beeindruckend wirken. Trotz der Größe des Orts herrscht dort eine besondere Ruhe, wodurch er etwas Zeitloses bekommt.
Die Abtei stammt ursprünglich aus dem 7. Jahrhundert und galt einst als eines der bedeutendsten Klöster Frankreichs. Während der Französischen Revolution wurde sie jedoch stark zerstört.
Gerade dieser Kontrast macht den Ort heute so besonders. Die offenen Mauern, die hohen Bögen und die teilweise erhaltenen Fassaden wirken fast wie eine Filmkulisse und zeugen von vergangenen Jahrhunderten mit spannender Geschichte.


Saint-Georges de Boscherville – beeindruckende Abtei mit besonderer Atmosphäre (Tag 8)


Auch die Abtei Saint-Georges de Boscherville solltet ihr einplanen, wenn ihr historische Architektur mögt. Die Abtei wurde im 12. Jahrhundert gegründet und zählt heute zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken der Normandie.
Die Anlage mit wunderschönen Gärten ist deutlich ruhiger und weniger touristisch als viele andere Sehenswürdigkeiten der Normandie.
Saint-Georges de Boscherville gehört vielleicht nicht zu den bekanntesten Orten der Region, war für uns aber definitiv einer der Stops, die nachhaltig im Gedächtnis geblieben sind.
Les Andelys – unser letzter Stopp in der Normandie (Tag 9)

Les Andelys war unser letzter Halt in der Normandie.
Wir sind hinauf zum Château Gaillard gegangen, das oberhalb der Stadt liegt. Von dort aus hat man einen beeindruckenden Blick über die Seine und das umliegende Tal. Gerade nach den vielen Eindrücken der vorherigen Tage war das genau der richtige Ort, um noch einmal innezuhalten.
Die Burg wurde im 12. Jahrhundert von Richard Löwenherz erbaut und war strategisch perfekt positioniert, um sein damaliges Herzogtum, die Normandie, zu schützen.
Unser Highlight:
Der Ausblick vom Château über die Landschaft. Weit, ruhig und genau der richtige Abschluss für unseren Normandie-Roadtrip.

Giverny – Claude Monets Haus und Gärten (Tag 10)

Giverny haben wir bewusst als Zwischenstation auf dem Rückweg nach Paris eingeplant. Auch wenn es nicht direkt zur eigentlichen Normandie-Route gehört, solltet ihr diesen Ort auf keinen Fall auslassen.
Wir haben uns dort das ehemalige Wohnhaus von Claude Monet sowie dessen berühmte Gärten angeschaut. Im August war es allerdings leider sehr voll dort. Trotzdem lohnt sich der Besuch absolut.
Die Gärten sind unglaublich schön angelegt, mit einer Vielfalt an Farben und Details, die man selten sieht. Besonders der Seerosenteich und die japanische Brücke wirken sofort vertraut, da man sie aus Monets Gemälden kennt.
Claude Monet lebte hier über 40 Jahre und schuf in dieser Zeit viele seiner bekanntesten Werke, insbesondere die Seerosen-Serie.

Wichtig zu wissen:
Tickets solltet ihr unbedingt vorab online buchen, da es vor Ort schnell sehr voll werden kann, insbesondere in den Sommermonaten.
Giverny war für uns trotz des Andrangs vor Ort ein echtes Highlight und ein sehr schöner Abschluss unserer Reise.
Unser Fazit – eine Woche Normandie, die bleibt
Die Normandie hat uns mit ihren verschiedenen Sehenswürdigkeiten wirklich beeindruckt. Von Märchenschlössern und aufwendig gestalteten Kirchen bis hin zu traumhaften Stränden findet man hier alles, was das Reisendenherz begehrt.
Die Route selbst war für uns genau richtig, mit Stopps, die sich alle auf ihre eigene Art gelohnt haben.
Mit dem Mietwagen sieht man dabei definitiv mehr und hat die Möglichkeit, spontan anzuhalten oder Dinge anders zu machen als geplant. Diese Freiheit hat unsere Reise besonders gemacht.
Gleichzeitig waren es aber auch die einzelnen Stationen an sich, die uns überzeugt haben. Jeder Ort hatte seinen eigenen Charakter, sodass sich die Woche sehr abwechslungsreich angefühlt hat.

Übernachten in der Normandie – unsere Erfahrung
Die meisten unserer Unterkünfte haben wir im Voraus über Airbnb gebucht, da unsere Route bereits feststand.
Was wir daran besonders geschätzt haben: Die Unterkünfte waren oft deutlich charmanter und persönlicher als klassische Hotels. Man kommt schneller ins Gespräch mit den Gastgebern und erhält ganz nebenbei einzigartige Einblicke, die man sonst nicht hätte.
In Cabourg hatten wir zum Beispiel richtig schöne Gespräche mit den Gastgebern, die uns noch einmal eine ganz andere Perspektive auf den Ort gegeben haben.
Bei einer unserer Unterkünfte haben wir erst vor Ort realisiert, dass sie Teil eines Altenheims ist, was für uns zunächst überraschend war.
In Frankreich ist es offenbar nicht ungewöhnlich, dass solche Einrichtungen einzelne Zimmer an Reisende vermieten. Rückblickend bleibt diese Erfahrung vor allem eine unerwartet amüsante Erinnerung.
Unsere Roadtrip-Playlist
Ein Detail, das am Ende ein echtes Highlight während unseres Roadtrips war, ist unsere Playlist.
Gerade auf längeren Autofahrten hat sie die Stimmung hochgehalten und viele dieser typischen Roadtrip-Momente noch intensiver gemacht.
Unsere Playlist findet ihr hier: unser Spotify-Profil.
Vielleicht landet die Normandie nach diesem Beitrag ja auch auf der Liste eurer Reiseziele.
Euch zieht es eher in die Ferne? Dann findet ihr hier unsere Highlights von unserer Reise quer durch Indonesien.