Bali Belly, Eimer-Klos & Shared Taxis – 8 Dinge, an die man sich in Indonesien erst gewöhnen muss

Unsere Reiseerfahrungen in Indonesien waren wunderschön, aber: Indonesien ist nicht Europa mit Palmen. Und genau das macht diese Erfahrung so besonders.

Nach 7 Wochen zwischen Bali, Lombok und Flores können wir sagen: Es gab ein paar Dinge, die uns kurz irritiert, manchmal überfordert und später einfach nur noch amüsiert haben.

1. Outdoor-Badezimmer in Indonesien, Naturerlebnis inklusive

Outdoor-Badezimmer mit Toilette und tropischen Pflanzen unter freiem Himmel in Indonesien, Nusa Penida

Viele Badezimmer sind halb offen oder komplett draußen. Duschen unter freiem Himmel? Romantisch. Bis du nachts barfuß reinläufst und feststellst, dass ein Gecko ebenfalls beschlossen hat, Teil deiner Abendroutine zu werden.

Humorvolles Holzschild auf einer Toilette in Indonesien mit englischer Verbotsliste

Und dann wäre da noch: Klopapier gehört in den Eimer neben der Toilette, nicht ins Klo. Das fühlt sich erst einmal falsch an, aber man gewöhnt sich dran.

Tipp: Feuchttücher (biologisch abbaubar!) und ein kleines Desinfektionsgel gehören ins Daypack.

2. Bali Belly is real, aber überlebbar

Mehrere Blister mit schwarzen Kohletabletten für die Reiseapotheke

Ja, es stimmt. Der Körper braucht manchmal ein paar Tage, um sich an das fremde Essen zu gewöhnen. Die Kombination aus Klima, anderem Wasser und neuen Bakterien kann… intensiv sein.

Wir sagen es, wie es ist: Woche 1 und 2 waren bei uns nicht glamourös. Aber es ging vorbei und danach war alles gut. Denn auch das macht das Reisen in Indonesien aus.

Tipps: Elektrolyte, Probiotika und vor allem Kohletabletten können euch wirklich den Tag retten. Leitungswasser bitte nie trinken, auch nicht beim Zähneputzen. Ansonsten gilt: „cook it, peel it or leave it“.

3. Transport in Indonesien

Leere Sitzreihen auf einer indonesischen Fähre mit Passagieren im Hintergrund
Schlaglöcher auf einer Dschungelstraße in Indonesien aus der Fahrzeugperspektive

Indonesien hat eine eigene Definition von Reisekomfort, was diese Reiseerfahrungen ebenfalls so besonders gemacht hat, im Guten wie im Schlechten.

  • 3 Stunden Fähre bei massivem Wellengang? Check.
  • Schlagloch-Pisten auf Flores? Check.
  • Klimaanlage optional? Auch Check.

Und dann: Shared Taxi mit 10 Leuten in einem 5-Personen-Auto, plus zwei Sitze im Kofferraum. Alles möglich in Indonesien.

Tipps: Zeitpuffer einplanen, die eigenen Erwartungen an Pünktlichkeit runterfahren und immer genug zu trinken dabeihaben für den Fall, dass es mal länger dauert.

4. Rollerfahren – Adrenalin pur

Pärchen mit Helm und Regencapes auf dem Roller auf Nusa Penida bei strömendem Regen

Rollerfahren in Indonesien ist ein weiteres Abenteuer auf unserer Reise gewesen. Straßen sind, insbesondere auf Bali, nicht immer Straßen. Verkehrsregeln sind für Locals eher kreative Vorschläge und trotzdem: Ohne Roller hätten wir viele der schönsten Orte nie gesehen.

Tipps: Internationaler Führerschein, Helm ernst nehmen, langsam starten. Nicht auf Bali fahren, dort besser Grab oder andere Fahr-Apps nutzen.

5. Indonesier sind sehr neugierig

Reisende mit einheimischen Frauen beim Sonnenuntergang auf Lombok Indonesien

Viele Locals wollten Fotos mit uns machen. Meist total freundlich, manchmal überraschend direkt.

Und immer wieder die Frage: „Are you married?“. Das Thema kam ungefähr so häufig wie „hello“ auf. Ungewohnt für uns, aber immer herzlich gemeint.

Tipp: Lächeln, Grenzen freundlich setzen und es nicht negativ verstehen.

6. Indonesisches Essen ist toll, aber gewöhnungbedürftig

Teller mit traditionellen indonesischen Keksen auf Batik-Tischdecke auf Lombok
Indonesisches Abendessen mit Gemüsecurry und Satay-Spießen auf Lombok

Indonesisches Essen ist intensiv, würzig und abwechslungsreich. Aber wenn man von „europäisch mild“ kommt, braucht der Körper manchmal Umstellungszeit.

Auf Lombok, besonders in Tetebatu, hatten wir in den Girang Rinjani Bungalows unsere beste kulinarische Erfahrung: Lokale Küche, frisch gekocht. Kein Touri-Food, sondern echtes, authentisches Essen.

Tipp: Lieber kleine, gut besuchte Warungs statt leerer Restaurants besuchen. Frisch zubereitete Gerichte bevorzugen.

7. Geduld ist Teil des Reisens

Pärchen im lokalen Bus auf Sumbawa, Indonesien

„Bali Time“ gibt es in Indonesien wirklich: Boote fahren später oder punkten mit lautstarker Gratis-Karaoke, Autos halten plötzlich an und Pläne ändern sich. Und irgendwann merkt man: Das Problem ist nicht die Situation. Das Problem ist die eigene Erwartung.

8. Geräusche: Indonesien schläft nicht immer leise

Hahn zwischen grünen Reisfeldern und Palmen in Lombok Indonesien

Was man schnell unterschätzt: die Geräuschkulisse. Indonesien ist lebendig und das hört man. Roller, Hunde, Hähne, Baustellen und Moscheen ergeben ein beständiges, lautes Hintergrundsummen.

Gerade auf Lombok (und generell in muslimisch geprägten Regionen) gehören die täglichen Gebetsrufe einfach dazu. Manchmal startet der Tag eben nicht mit Vogelgezwitscher, sondern mit dem ersten Gebet um 5 Uhr morgens.

Am Anfang war das für uns ein kleiner Kulturschock. Nach ein paar Tagen wurde es irgendwie… normal und irgendwann sogar ein Teil dieses „Ich bin wirklich weit weg von Zuhause“-Gefühls.

Tipp: Ohrstöpsel sind Gold wert. Wirklich.

Fazit: Indonesien war perfekt unperfekt

War alles perfekt? Nein.
War es manchmal chaotisch und anstrengend? Absolut.

Aber genau das ist es, was Indonesien, und Asien generell, für neue Reiseerfahrungen so besonders macht. Es fordert dich ein bisschen heraus. Es schiebt dich aus deiner Komfortzone. Und genau dort entstehen die Erinnerungen, die einen nie mehr loslassen:

Uns bleiben die riesigen Mantarochen und Walhaie.
Die traumhaften Reisfelder auf Lombok.
Die malerischen Sonnenuntergänge am Strand.

Reisen bedeutet für uns nicht nur, schöne Orte zu sehen, sondern auch, sich selbst ein bisschen neu zu entdecken. Und genau deshalb würden wir immer wieder nach Asien reisen.

So ungewohnt einige dieser Dinge auch waren: Indonesien gehört trotzdem zu den beeindruckendsten Reisezielen, die wir bisher erlebt haben. Unsere persönlichen Highlights findet ihr in diesem Artikel über die schönsten Orte und Erlebnisse in Indonesien.

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